VASKULITIS
Die Entzündung der Gefäße
Ein Netz kleiner und kleinster Blutgefäße durchzieht den gesamten Körper, versorgt die Organe mit den notwendigen Nährstoffen. Eine hyperaktive Abwehr kann dieses effiziente Kreislaufsystem aus dem Takt bringen, an den Gefäßen Entzündungen auslösen. Die Symptome sind dann vielfältig: Hautausschlag, Kopfschmerz, Magengeschwür, Erblindung, Nierenversagen.
Was genau die so genannten Vaskulitiden verursacht ist noch wenig bekannt. Nur für einige Formen - vor allem jene, die kleine Gefäße betreffen - ist ein möglicher Auslöser identifiziert: Eiweiße mit der Bezeichnung "ANCA", Antineutrophile zytoplasmatische Antikörper. Wahrscheinlich animieren sie das Immunsystem. Das entsendet Botenstoffe, die an den Gefäßen zu Entzündungen führen. Oftmals geschieht dies an mehreren Stellen im Körper gleichzeitig. Dabei verengen die Entzündungen auch Arterien, behindern so die Durchblutung. Sogar die Hauptschlagader Aorta kann davon betroffen sein.
Bildergalerie Gefäße (8 Bilder)


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Das komplexe Beschwerdebild
Bei einigen Gefäßentzündungen ballen sich im Krankheitsgeschehen Entzündungszellen regelrecht zusammen, zu einem aggressiven Zellhaufen. Der nistet sich dann im Körper ein, beispielsweise in den Atemwegen. Hier zerstört das so genannte Granulom das umliegende gesunde Gewebe. Die Diagnose der Gefäßentzündungen ist schwierig, sind oftmals doch gleichzeitig mehrere Organe betroffen: In der Regel müssen dann neben dem Internisten Spezialisten verschiedener Fachrichtungen - Dermatologen, Neurologen ebenso wie Hals-Nasen-Ohren- und Augenärzte - zu Rate gezogen werden, um die komplexe Symptomatik als Vaskulitis zu identifizieren. Und das ist lebensnotwendig: Denn unbehandelt können die Gefäßentzündungen binnen weniger Monate zum Tod führen. Rechtzeitig erkannt stoppen heute Medikamente zielgenau die vehemente Überaktivität des Immunsystems.









