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MULTIPLE SKLEROSE UND PARKINSON

Der Schwelbrand im Gehirn

Es ist ein Prozess, der lange Zeit für den Betroffenen kaum merklich ist. Bis die Krankheitsschübe stärker werden: Mal ist das Sehen leicht getrübt, dann auch das Gleichgewicht etwas gestört. Immer nur kurz, vermeintlich nichts Dramatisches. Doch in der Folge fallen Körperfunktionen immer öfter aus, sind einzelne Körperteile gefühllos und gelähmt. Diagnose: Multiple Sklerose, als Resultat von Entzündungen.

Entzündlichen Prozessen im Körper geht vielfach eine Provokation voraus, eingedrungene Bakterien oder Viren alarmieren das Immunsystem. Und das mobilisiert seine stärksten Bataillone. Aggressive Botenstoffe merzen die Mikroben aus, per Entzündung. Ins hermetisch abgeschirmte Gehirn aber verirrt sich nur selten ein Eindringling. Und trotzdem finden sich bei vielen Menschen Entzündungszellen und Abwehrstoffe im Nervenwasser und -gewebe. Die wiederum schädigen Nervenbahnen, jene Kabel, die Impulse weiterleiten: eine Autoimmunreaktion. MS, Multiple Sklerose.

Bildergalerie Gehirn (11 Bilder)

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Die Veranlagung zur Selbstzerstörung

Das Immunsystem agiert konkret gegen Bestandteile der weißen Substanz des zentralen Nervensystems. Bislang ist ein Grund dafür nicht erkennbar. Aber offenbar gibt es eine genetische Veranlagung für diesen Vorgang. So haben nahe Verwandte eines MS-Patienten nachweislich ein stark erhöhtes Risiko, auch zu erkranken.
Bei der Parkinson-Erkrankung sterben im Hirnstamm, wo der für die Bewegung des Menschen benötigte Nervenbotenstoff Dopamin erzeugt wird, Nervenzellen ab. In der schwarzen Substanz des Steuerungszentrums kommt es zur anhaltenden Entzündung, möglicherweise ausgelöst durch einen Bestandteil dieser Hirnmasse, der beim Untergang von Nervenzellen freigesetzt wird - das Neuromelanin. Wenn auch nicht ursächlich für die Parkinson-Krankheit, so trägt diese Entzündung aber wahrscheinlich zum Tod der Nervenzellen bei.
Knapp eine halbe Millionen Menschen sind betroffen. Bei der Multiplen Sklerose in allen Altersschichten. Parkinson hingegen ist eine degenerative Erkrankung, die meist erst im höheren Alter auftritt, ab 60 Lebensjahren aufwärts.

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