RHEUMA
Wenn der Körper versteift
Die Gelenke schwellen an, schmerzen bei der kleinsten Berührung, bläuliche Ergüsse bilden sich. Meist an den kleineren Scharnieren von Händen und Füßen, Ellenbogen, Schulter, Hüfte und am Knie. Symptome von Entzündungen, die auch innere Organe, die Augen und das Nervensystem angreifen können - Rheumatoide Arthritis.
Auslöser ist ein Botenstoff im Blut. Ein wichtiger Wächter des Immunsystems, den die menschliche Abwehr sogar gegen Krebszellen einsetzt, der entsprechend unerlässlich ist: der Tumor-Nekrose-Faktor, der auch andere Organe chronisch entzündet, wie den Darm bei Morbus Crohn. Warum der Botenstoff vielfach derart massiv gegen den eigenen Körper zu Felde zieht, ist noch nicht geklärt. Auch nicht, warum er die Gelenke meist erst nach vier Jahrzehnten entzündet, in denen die Betroffenen zuvor beschwerdefrei gelebt haben. Und warum von vier Rheuma-Patienten drei Frauen sind - auch das ist noch nicht klar. Fakt ist: Immer mehr Menschen sind betroffen, inzwischen allein 800.000 in Deutschland.
Bildergalerie Gelenke (8 Bilder)


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Die effiziente Blockade des Aggressors
Vermutlich führt vorrangig eine erbliche Veranlagung zu der Fehlregulation des Immunsystems. Diese wird oft gar nicht gleich als Rheuma eingeordnet. Denn die Diagnose ist schwierig. Blutuntersuchungen oder Röntgenbilder sind lange unauffällig. Das ist besonders problematisch, da die Gelenke sich schon schnell nach den ersten, noch unspezifischen Symptomen verformen, zusehends versteifen.
Molekularbiologische und biotechnologische Fortschritte ermöglichen heute aber für Rheuma-Patienten eine zielgenaue Therapie: Moderne Medikamente blockieren den Tumor-Nekrose-Faktor im Blut. Die Entzündung wird so abgestellt. Vorübergehend. Die Zerstörung von Knochen und Gelenken verlangsamt sich, oder kommt vollständig zum Stillstand. Heilbar ist Rheuma damit noch nicht, die Linderung der Beschwerden aber wohltuend für die Betroffenen.









