SCHUPPENFLECHTE UND NEURODERMITIS
Wenn die Hülle brennt
Es ist die zentrale Barriere des Menschen gegenüber seiner Umwelt - die Hülle, die sein Inneres schützt. Vor Giften, Bakterien, dabei sensibel die Körpertemperatur regulierend. Doch das mit rund zwei Quadratmetern größte Organ des Menschen entzündet immer häufiger, scheinbar aus dem Nichts heraus.
Die Haut ist gerötet, sie juckt, schuppt, brennt wie Feuer. An Armen und Beinen, oftmals am gesamten Körper. Mehr als zwei Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an der Psoriasis, Schuppenflechte, und am atopischen Ekzem, Neurodermitis. Immer mehr Betroffene erkranken schon im frühen Kindesalter. Auslöser sind nicht nur Seifen und Kosmetika. Schon harmlose Hausstaubmilben, Nahrungsmittel oder Pollen lassen das Immunsystem völlig aus dem Tritt geraten. Durch diese so genannten Allergene werden aggressive Entzündungsbotenstoffe in der Haut alarmiert, zu ihrem zerstörerischen Werk animiert.
Bildergalerie Haut (13 Bilder)


Über die Pfeile (Vor/Zurück) blättern Sie durch die Fotogalerie. Klicken Sie auf eines der Bilder, wird es groß dargestellt und erläutert.
Die Haut ist leicht reizbar
Veränderte Lebensumstände der modernen Zivilisation - wie überbordende Hygiene - befördern offenbar die andauernden Hautentzündungen. Doch das allein ist für die starke Zunahme dieser Krankheitsbilder in den letzten Jahrzehnten nicht verantwortlich. Auch genetische Besonderheiten spielen eine Rolle. Sie allein aber sind es ebenfalls nicht. Das menschliche Erbgut hat sich in den vergangenen Jahrtausenden nicht relevant verändert. Aber in Verbindung mit neuartigen Umwelteinflüssen stoßen minimale genetische Auffälligkeiten wahrscheinlich die heftige Aktivität des Immunsystems an. Und damit nicht genug: Wer an Schuppenflechte leidet, ist auch anfälliger für weitere Entzündungserkrankungen - beispielsweise an den Gelenken mit Rheuma.
Vor allem gilt es, die individuell auslösenden Faktoren der Entzündung zu meiden. Bestimmte Seifen oder Nahrungsmittel. Darüber hinaus sind zunehmend Wirkstoffe verfügbar, die gezielt auf das hyperaktive Immunsystem Einfluss nehmen. Cremes und Salben mit immun-modulierenden Wirksubstanzen zähmen gezielt die hochaktiven Entzündungsbotenstoffe, zumindest für einige Tage.














