ARTERIOSKLEROSE UND INFARKT
Wenn Entzündung die Pumpe lahmlegt
500 Menschen sterben in Deutschland jeden Tag am Infarkt. Europaweit ist jeder fünfte Todesfall darauf zurückzuführen, dass plötzlich der Blutfluss zum Herzen stockt. Bisher hatte man die Verstopfung der Kranzgefäße des Pumporgans auf Fettablagerungen zurückgeführt, maßgeblich ausgelöst durch fette Ernährung und mangelnde Bewegung. Jetzt ist klar: Das ist nicht alles. Vor dem Infarkt kommt es zur Entzündung.
So genannte Plaques - brettharte Fettschichten - verengen Blutgefäße. Reißen die Ablagerungen ein, werden tote Zellen, Fett und Kalk freigesetzt und kommen mit dem Blutstrom in Kontakt. In den feinen Kranzgefäßen, die den Pumpmuskel versorgen, stockt der Durchfluss des Lebenssaftes. Ein Gerinnsel bildet sich. Der Blutstrom versiegt - Infarkt, Lebensgefahr.
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Pilze und Bakterien siedeln im Herzen
Ein zentrales Ereignis in der Entstehung des Herzinfarkts ist das Reißen der Deckschicht der Plaques in den Herzkranzgefäßen. Und daran sind Entzündungszellen entscheidend beteiligt: Die hier auffallend zahlreich vorhandenen Monozyten lassen die Ablagerungen erst porös werden, so dass deren Bestandteile freigesetzt werden. Entzündung steht damit am Beginn der verheerenden Kaskade. Zumal das Blut von Infarktpatienten in der Regel erhöhte Entzündungskomponenten aufweist.
In den Herzen vieler Infarktpatienten finden sich sogar Bakterien und Pilze, die aus dem eigenen Darm stammen und ob einer nicht mehr intakten Barriere am Verdauungsorgan zum Herzen getrieben sind. Das höchst wachsame Immunsystem will die Eindringlinge umgehend eliminieren, sendet dafür Entzündungsbotenstoffe aus. Diese in großen Mengen an den Ort des mikrobiellen Geschehens beorderten, aggressiven Blutbestandteile setzen dann offenbar auch den Gefäßablagerungen zu, lassen diese porös werden. Die jahrzehntelang als probate Prävention gegen Arterienverengung, die Arteriosklerose, propagierte medikamentöse Absenkung von Blutdruck und-fetten muss so um anti-entzündliche Maßnahmen erweitert werden.









