ASTHMA UND TUBERKULOSE
Wenn der Atem plötzlich stockt
Es sind scheinbar ganz harmlose Einflüsse aus der Umwelt, die so manchem anfallsartig die Luft abschneiden: Pollen, Hausstaub oder Nahrungsmittel. Bei anderen sind es unspektakuläre Medikamente wie Aspirin, die die Atemnot auslösen. Asthma ist heute Volkskrankheit mit vielfältigen Ursachen. Jedes fünfte Schulkind in den Industrienationen leidet bereits unter der Lungenerkrankung.
Die Bronchien entzünden, weil das Immunsystem fälschlich alarmiert ist. Es könnte Pollen, Hausstaubmilben oder auch das Schmerzmittel Acetylsalicilsäure einfach ignorieren. Tut es aber nicht: Stattdessen sendet die körpereigene Abwehr Entzündungsbotenstoffe in die Atemwege. Diese verengen, Schleim bildet sich. Husten, Luftnot, Todesangst.
Genetische Besonderheiten spielen bei dieser fatalen Kaskade höchstwahrscheinlich eine Rolle: So erkranken drei von vier Kindern, deren Eltern an Asthma leiden. Hinweise gibt es auch, dass unabhängig vom provozierenden Einfluss umherfliegender Pollen Entzündungsbotenstoffe im Blut bei den Betroffenen die oberen Luftwege unablässig drangsalieren. Diese werden so mit der Zeit überempfindlich.
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Der weit verbreitete Erreger
Dem Asthma ähnliche Symptome macht auch die Tuberkulose. Die mit mehr als 1,5 Millionen Opfern weltweit am häufigsten zum Tod führende Infektionskrankheit wird allerdings ausschließlich von speziellen Bakterien ausgelöst - dem Mycobacterium tuberculosis. Das trägt jeder dritte Mensch in sich. Es kommt bei den Allermeisten jedoch nie zum Ausbruch. Weltweit aber erkranken rund neun Millionen Menschen jedes Jahr neu, vor allem in Entwicklungsländern. Die Behandlung der Tuberkulose wird zunehmend schwierig: Immer mehr ihrer Erreger sind gegen die bestehenden Antibiotika resistent. Auch eine Impfung schützt nicht vor der Lungenentzündung, lediglich vor ihren Komplikationen. Eine Herausforderung für die Medizin: Vor allem geht es darum, die durch die Entzündung hervorgerufenen irreparablen Schäden am Lungengewebe einzudämmen.








