PARODONTITIS
Von den Zähnen in den ganzen Körper
Es ist ein pelziger, zäher, fest auf Zähnen und Zahnfleisch haftender Belag. Die Mediziner sprechen neutral vom "Biofilm": Unmengen an Bakterien, insgesamt an die 500 Spezies, tummeln sich in der Mundhöhle. Die meisten sind harmlos. Einige aber machen krank. Sie rufen das Immunsystem auf den Plan - mit der Folge, dass das Zahnfleisch entzündet, der darunter liegende Knochen abgebaut wird. Parodontitis.
Die stets wachsame Abwehr des Körpers duldet einige der Bakterien im Mundraum nicht. Enzyme werden gebildet, um die Mikroben unschädlich zu machen. Dabei kann es aber auch zu Kollateralschäden kommen, gesundes Gewebe zerstört werden. Sicheres Zeichen: Das Zahnfleisch blutet, Taschen bilden sich. Schließlich lockern sich Zähne und fallen aus.
Bildergalerie Zahnfleisch (7 Bilder)


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Mundbakterien und Herzinfarkt
Auch bei vorschriftsmäßiger Mundhygiene ist das Zahnfleisch ein geeigneter Rückzugsraum für Bakterien. Der Saum des Halteapparats der Zähne birgt Nischen. Einige von der Zahnbürste hier vergessene Bakterien durchdringen dann die Mundschleimhaut, was die Immunabwehr mobilisiert. Mit Entzündung geht es schließlich gegen die Bakterien und fataler Weise oftmals auch gegen das eigene Zahnfleisch und den darunter liegenden Knochen. Eine professionelle, medizinische Zahnreinigung ist die Behandlung der Wahl. Sie eliminiert in den meisten Fällen die Ursache der Entzündung. Ist diese hartnäckig, wird den Bakterien auch schon mal mit Antibiotika gezielt zu Leibe gerückt. Doch nicht immer ist das Zahnfleisch damit dauerhaft entzündungsfrei. Einige Patienten haben eine Veranlagung zur Entzündung am Kauapparat. Minimale genetische Besonderheiten lassen ihr Immunsystem an dieser Stelle überreagieren.
Und die Parodontitis birgt noch eine andere Gefahr: Sie kann das Einfallstor für Bakterien in den Körper sein. Hier lösen die Eindringlinge dann - meist unbemerkt - weitere Entzündungen aus, beispielsweise in den Adern. Und das kann dann zum Infarkt führen.








