Mitochondrien
Ein Ursprung chronisch entzündlicher Erkrankungen
Wissenschaftler des "Exzellenzcluster Entzündungsforschung" haben eine Serie neuartiger Mausstämme gezüchtet, um die Rolle der Energiekraftwerke von Zellen, der Mitochondrien, bei der Entstehung chronisch entzündlicher und neurodegenerativer Erkrankungen noch effektiver untersuchen zu können. Darüber informieren die Universität Lübeck und das Forschungszentrum Borstel in einer im Folgenden auszugsweise dokumentierten Pressemitteilung.
Die zellulären Organellen verfügen über eigenes Erbmaterial. Mutationen dieses mitochondrialen Genoms, das nur für 13 zelluläre Proteine kodiert, werden nach neueren Erkenntnissen mit einer Vielzahl von Erkrankungen wie Arthritis, Diabetes und Multipler Sklerose (MS) wie auch der menschlichen Alterung in Verbindung gebracht. Es konnte gezeigt werden, dass eine Mutation im mitochondrialen ND5-Gen bei Europäern für Rheuma und MS prädisponiert. Mutationen im ND2- und ATP8-Gen wurden in einer japanischen Studie gehäuft bei Hundertjährigen gefunden. Eine genaue experimentelle Analyse der zugrunde liegenden Prozesse war bislang aufgrund fehlender Tiermodelle unmöglich.
Die Forscher haben nunmehr Mitochondrien mit definierten genetischen Mutationen gezielt in Mausstämme transferiert, die üblicherweise im Labor als Modellsysteme für bestimmte Erkrankungen benutzt werden. Dadurch verfügen sie über eine einzigartige Ressource für Studien zu verschiedenen Erkrankungen. Es konnte bereits gezeigt werden, dass einige dieser Mäuse eine erhöhte Empfindlichkeit für die Entwicklung von chronisch entzündlichen Erkrankungen besitzen.

