Heuschnupfen / Asthma
Gräsertablette erfolgreich
Pollen wirbeln durch die Luft, die Nase läuft, die Augen tränen unablässig - Heuschnupfen: Eine neuartige Gräsertablette lindert die Symptome von Allergikern. Das belegt eine Studie des "Exzellenzcluster Entzündungsforschung". 200 Kinder und Erwachsene nahmen daran teil. "Beschwerdegrad wie auch Medikamentenverbrauch reduzierten sich unter der spezifischen Immuntherapie signifikant", resümiert Dermatologin Regina Fölster-Holst zufrieden. Auch kam es kaum zu Nebenwirkungen.
Bisher verabreichten Mediziner ihren geplagten Patienten in aller Regel Allergiespritzen.. In der neuen Tablettenform erreicht der Wirkstoff das Immunsystem durch die Mundschleimhaut. Vieles deutet darauf hin, dass damit die überschießende Abwehrreaktion des Körpers auf harmlose Pollen oder Gräser auch längerfristig normalisiert werden kann. Ebenso verhindert das neue Präparat offenbar bei vielen Heuschnupfen-Patienten die weitergehende Erkrankung an Asthma. Bislang entzünden bei bis zur Hälfte aller Kinder, die unter Heuschnupfen leiden, in der Folge auch die Atemwege chronisch. Eine weitere Studie Bochumer Wissenschaftler bestätigt die "Exzellenzcluster"-Erkenntnisse. Nachdem dort 200 Kinder die Pollenpille täglich bekamen, gingen neben den Heuschnupfen-Qualen auch die Asthma-Symptome bei zwei von drei der Jungen und Mädchen zurück. Jedes dritte Kind brauchte anschließend weniger Medikamente. Der "Exzellenzcluster Entzündungsforschung" untersucht im Weiteren die Langzeiteffekte der Behandlung mit der Gräsertablette.
In der Schweiz wurde noch eine Form der Heuschnupfentherapie bilanziert: Der Wirkstoff wird direkt in die Lymphknoten der Allergiker gespritzt. Züricher Wissenschaftler berichten, dass nur drei Injektionen innerhalb von zwei Monaten den gleichen Erfolg wie die sonst meist dreijährige Desensibilisierung erzielten. Überdies benötigten die Betroffenen demnach eine deutlich geringere Allergendosis. Das Manko der Schweizer Untersuchung: Es fehlte die Placebo-Kontrolle - Studienteilnehmer, die ohne ihr Wissen lediglich mit einem Scheinmedikament behandelt werden.

