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Rheuma

Von Schwangeren lernen

"Es ist für die Rheuma-Therapie eine wichtige Tatsache, dass bei Schwangeren die Immunabwehr unterdrückt wird, damit Abstoßungsmechanismen gegen den Fremdkörper Kind vermieden werden", erläutert der Berliner Rheumatologe Thomas Häupl. Denn eine Folge der temporären Umstellung des Immunsystems Schwangerer ist, dass bei rheumakranken, werdenden Müttern vorübergehend die Entzündung der Gelenke nachlässt, oftmals gar nicht mehr vorhanden ist. Nach der Geburt des Kindes treten die Beschwerden allerdings wieder unverändert stark auf. Die Rheuma-Forschung will jetzt den Fokus auch auf dieses Phänomen lenken.

Einer Studie von deutschen und Schweizer Rheumatologen zufolge entwickelt sich einer der Indikatoren für Entzündungsreaktionen - die Anzahl der Monozyten - nach der Entbindung auffallend unterschiedlich: je nachdem, ob die Mutter vor der Schwangerschaft an Rheuma litt oder ob sie gesund war. Bei den Gesunden nahm der in der Schwangerschaft signifikant erhöhte Anteil an Monozyten schnell wieder ab. Bei den rheumakranken Müttern blieb er unverändert erhöht, die Zellen entwickelten eine verstärkte Aktivität. Das wachsende Verständnis der Details der molekularen Abläufe im Rahmen der reduzierten Entzündungsaktivität bei rheumakranken Schwangeren weckt für Rheumatologe Häupl "Hoffnung auf neue Therapien". Das Ziel sei, die für die rheumatischen Beschwerden offenbar so lindernden Immunmechanismen wie sie bei Schwangeren bestehen, perspektivisch für alle Patienten mit Gelenkentzündungen "künstlich in Gang zu setzen".

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